Operationen von Leistenbrüchen bei Erwachsenen und Kindern

Bei einem Leistenbruch handelt es sich um eine Ausstülpung des Bauchfells im Bereich des Leistenkanals, hervorgerufen durch "Lücken" in der Muskelschicht der Bauchwand. Leistenbrüche können angeboren sein, oder im Laufe des Lebens durch Dehnung des Gewebes entstehen. In jedem Alter können Leistenbrüche auftreten, wobei Männer häufiger betroffen sind.

Ein unbehandelter Leistenbruch bleibt immer vorhanden, vergrößert sich langsam und kann schließlich zu Beschwerden führen. In einigen Fällen neigt ein Leistenbruch zu Einklemmungen, das heißt, der Bruch kann nicht zurückgedrückt werden; dann besteht die Gefahr, dass vorgewölbte Darmanteile von der Blutversorgung abgeschnitten sind und absterben. Diese eingeklemmten Leistenbrüche müssen dann notfallmäßig operiert werden.

Mit dem operativen Eingriff wird der Verschluss der übergroßen Öffnung im Bereich des Leistenkanals vorgenommen.
Wir bieten in unserer Klinik 3 Verfahren an:

1. Direkter Nahtverschluss
Hierbei werden die benachbarten Muskeln über der Bruchlücke zusammengezogen und dort vernäht. Bei größeren Brüchen kann dabei eine erhöhte Spannung im Muskelgewebe auftreten, die unter Umständen zu vermehrten Schmerzen nach der Operation führt. Der direkte Nahtverschluss wird bei Erwachsenen heute nur noch ausnahmsweise angewendet; regelhaft erfolgt hier die Verstärkung der Bruchlücken durch Implantation eines Kunststoffnetzes. Demgegenüber wird bei Kindern immer auf die Implantation von Kunststoffmaterialien verzichtet.

2. Einsetzen eines Netzes
Prinzipiell soll der Verschluß der Bruchlücke spannungsfrei erfolgen. Weil dieses Ziel bei Erwachsenen durch direkte Naht nur ausnahmsweise erreicht werden kann, implantieren wir regelhaft ein Kunststoffnetz aus Polypropylen-Gewebe. Dabei kommen bei uns, je nach vorliegender Situation, in der konventionellen Technik zwei unterschiedliche Varianten zum Einsatz:

  • die Operation nach "Lichtenstein", bei welcher ein Netz flächig der Hinterwand des Leistenkanals aufgelegt wird, und
  • die Operation nach "Rutkow", bei der ein Trichter aus Netzgewebe wie ein "Stopfen" die Bruchlücke verschließt
    Das verwendete Kunststoffmaterial ist weltweit seit ca. 40 Jahren im Einsatz und wurde mittlerweile bei mehreren Millionen Bruchoperationen verwendet. Mit seiner Hilfe konnte die Rate an Bruch-Rezidiven, d.h. an wieder aufgetretenen Leisten- oder Schenkelbrüchen auf der operierten Seite, auf ca. 5 Prozent gesenkt werden.

3. Laparoskopische Hernienreparation
Alternativ kommt unter bestimmten Voraussetzungen die laparoskopische Implantation eines Kunststoffnetzes (das Einsetzen des Netzes mit Hilfe der so genannten  „Schlüsselloch-Chirurgie“) in Betracht.
Bei dieser Methode wird das Netz über 3 Sticheinschnitte in der Bauchwand von jeweils knapp 1 cm Länge zum Verschluss der Bruchlücke der Bauchwand hinterlegt. Insbesondere bei wieder aufgetretenen Leistenbrüchen und bei doppelseitigen Leistenbrüchen sollte dieses Verfahren in Betracht gezogen werden, während bei unkomplizierten einseitigen Brüchen von uns derzeit im Allgemeinen eine Operation über herkömmlichen Zugang in der Leiste als "weniger invasiv" favorisiert wird.

Welches Verfahren im speziellen Einzelfall in Frage kommt, wird beim Aufklärungsgespräch ausführlich erörtert. Diese Operation führen wir im Regelfall ambulant durch, im Bedarfsfall auf Wunsch auch stationär. Die Entlassung in die ambulante hausärztliche Weiterbehandlung erfolgt nach Abschluss der Wundheilung.

Sollten nach der Entlassung noch Fragen oder Probleme auftreten, ist eine Wiedervorstellung in unserer Sprechstunde jederzeit kurzfristig möglich

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